Großes Treffen der Holzfachfrauen

Das 24. bundesweite Tischlerinnentreffen auf der Burg Lohra in Thüringen war Ende September mit über 130 Frauen und 10 Kindern das größte in der Geschichte der jährlichen Zusammenkünfte.

Einmal im Jahr kommen Frauen, die im Holzhandwerk arbeiten oder sich dafür interessieren, aus verschiedenen Regionen für vier Tage zusammen, um sich mit anderen Handwerkerinnen auszutauschen und weiterzubilden. Die Teilnehmerinnen waren auch dieses Jahr bunt gemischt von der Auszubildenden bis zur Meisterin, von der Wandergesellin bis zur Selbständigen, von der interessierten Einsteigerin bis zur renommierten Spezialistin. In vielfältigen Workshops und Diskussionen wurden Kontakte geknüpft, wurde Wissen weitergegeben und ein bestärkendes Miteinander gelebt.
Auf großes Interesse stieß unter anderem der Vortrag „Japanische Holzverbindungen“, in dem die Referentin Johanna Röh Einblicke in die traditionelle japanische Philosophie im Holzhandwerk gab, Schleiftechniken demonstrierte und Holzverbindungen erklärte. Außerdem wurden in Workshops Möbelgriffe gebogen, Weidenkörbe geflochten, geschnitzt, getöpfert, gepolstert, geknotet und vieles mehr. In Kleingruppen unterhielten sich Selbständige über ihre Erfahrungen, beantworteten erfahrene Handwerkerinnen Fragen von Einsteigerinnen und erzählten Tischlerinnen auf der Walz über die Wanderschaft. Weitere Höhepunkte waren das Kabarett von Tischlerin Sunna Huygen mit "Cat with Hat" und die Abschlussparty, auf der bis in die Morgenstunden getanzt wurde.
Neben den einzelnen Veranstaltungspunkten gab es viele Gelegenheiten für Gespräche, in denen sich die Frauen über ihre Erfahrungen und Ideen austauschten. „Besonders das herzliche Miteinander macht für viele Frauen den Reiz des Tischlerinnentreffens aus“, äußert Deborah Gießelmann, eine der Organisatorinnen. Viele Handwerkerinnen berichten, dass im Berufsalltag ihr Frausein kritisch beäugt werde und sie sich die Anerkennung ihrer Kompetenz immer wieder mühsam erarbeiten müssten. Als Handwerkerin unter Handwerkerinnen falle dieser Legitimationsdruck jedoch plötzlich weg. Durch das gleichgestellte voneinander Lernen fühlten sich viele inspiriert und motiviert.
Nach vier Tagen gemeinsamen Lernens, Netzwerkens und Feierns reisten am Sonntagnachmittag des 29. Septembers die vielen Teilnehmerinnen zufrieden und ein wenig wehmütig ab. Eine Teilnehmerin, die zum ersten Mal auf dem Tischlerinnentreffen war, sagte in der Abschlussrunde: „Es war für mich das schönste Erlebnis seit vielen Jahren.“
Auch nächstes Jahr im September wird es wieder ein Tischlerinnentreffen geben: Das 25. Jubiläumstreffen findet vom 4. bis 7. September 2014 in Wittfeitzen im Wendland statt.
Weitere Infos unter www.tischlerinnen.de



Mehr als 100 Teilnehmerinnen kamen zum Tischlerinnen-Treffen Ende September in Thüringen. (Text: Deborah Gießelmann)

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